Kommentare kommentiert – Teil 1

In dieser Rubrik werde ich ab sofort Kommentare und meine Antwort bzw. Gedanken dazu posten, vor allem, wenn diese etwas länger ausgefallen sind. Beim ersten Kommentar handelt es sich um eine berechtigterweise sehr häufig gestellte Frage, die im Rahmen des ScienceBlogs-Schreibwettbewerbs gestellt wurde.

Frage:

Wie sieht denn die CO2-Bilanz von Elektroautos im Vergleich zu Benzin- und Dieselantrieben aus, wenn der Strom aus Kohle- und/oder Gaskraftwerken kommt?

Antwort:

Pro Kilowattstunde werden im deutschen Strommix ca. 550g CO2 ausgestoßen (siehe www.umweltbundesamt.de). Ein Elektroauto von der größe eines VW e-Golf benötigt in der Praxis ca. 20kWh/100km inkl. Ladeverluste. Das sind dann also 110g CO2 pro Kilometer Realemissionen. Ein Liter Super Benzin verbrennt zu ca. 2,33 Kilogramm CO2 und ein Liter Diesel zu 2,64 Kilogramm CO2. Ein ungefähr gleich starker VW Golf TSI mit 110PS verbraucht in der Praxis ca. 6 Liter Benzin, was einem CO2-Ausstoß von ca. 140g pro Kilometer entspricht. Ein vergleichbarer Golf TDI benötigt ca. 5 Liter Diesel, was entsprechend 130g CO2 je Kilometer ergibt. Ein Elektroauto ist also selbst bei dem stark kohlelastigen Energiemix in Deutschland aktuell bereits sparsamer als entsprechende Verbrenner.

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CO2-neutral lassen sich EVs natürlich nur mit Ökostrom bewegen – der möglichst regional erzeugt werden sollte.

In Ländern wie Norwegen oder Frankreich fällt die Bilanz daher noch besser aus, da hier der CO2-Ausstoß eines E-Autos gegen Null geht.

Natürlich entsteht bei der Produktion von Akkus auch CO2. Ob dieser Austoß über die Lebensdauer des Fahrzeug über den geringeren Ausstoß des Fahrzeugs wieder amortisiert wird, kann ich hier nicht sagen. Letztendlich entsteht aber bei der Produktion eines jeden Fahrzeugs eine enorme Menge CO2, sodass die Umweltbilanz hier einmal im Gesamtkontext ermittelt werden müsste. Fakt ist aber auch, dass gebrauchte Akkus als Stationärspeicher weiter eingesetzt werden können, wie z.B. hier.

2 Kommentare zu „Kommentare kommentiert – Teil 1

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  1. Das E-Auto steht sogar noch besser da, als von Dir beschrieben, denn Du vergleichst seine Well-to-Wheel Bilanz mit Tank-to-Wheel Bilanz der Verbrenner.
    Beim Diesel kommen aber nur 90%, beim Benziner gar nur 82% der Primärenergie vom Bohrloch im Tank an (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Well-to-Wheel). Dadurch steigt die effektive CO2-Emission auf ca. 2,84kg/Liter (Benziner) bzw. 2,93kg/Liter (Diesel). Das sind dann sogar ca. 171g CO2/km (Benziner) oder 144g CO2/km (Diesel).

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