Elektroauto-Rallye: Das war die i-Mobility 2019

Alle Jahre wieder: Zum vierten Mal in Folge veranstaltete die Motor Presse Stuttgart die i-Mobility-Rallye im Rahmen der Stuttgarter Frühjahrsmessen. Ich war dieses Jahr dabei und durfte zusammen mit Schauspieler Thomas M. Held im Team Kia den e-Niro durch den Wettbewerb manövrieren. Als absolute Rallye-Neulinge wagten wir das elektrische Abenteuer.

Freitag, 08:00 morgens. Wir treffen uns auf der Messepiazza der Messe Stuttgart, um den Kia e-Niro entgegenzunehmen. Thomas M. Held, seines Zeichens Schauspieler und unter anderem bekannt für seine Rolle in der Comedy-Serie „Sechserpack“, wird den 150-kW-starken e-Niro pilotieren, ich bin Beifahrer und lese das Roadbook. Viel Zeit für ein ausführliches Kennenlernen bleibt nicht, gilt es sich doch noch vor dem Start zu Akkreditieren und die erste Wertungsprüfung zu absolvieren.

Thomas M. Held und Marcus Zacher
Team Kia: Thomas M. Held un ich vor „unserem“ e-Niro.

So wie ich, ist Thomas M. Held absoluter Autorallye-Neuling. Daher wissen wir nicht ganz genau, was uns erwartet. An Motivation und der notwendigen Prise Ehrgeiz mangelt es uns aber nicht. Und so geht es zur ersten – natürlich elektrischen – Prüfung: In einer Mischung aus Geschick und Geschwindigkeit soll mit einem Elektro-Gabelstapler eine Palette umgestellt werden. Klingt einfach – ist es aber nicht! Da die meisten Teilnehmer noch nie in einem solchen Fahrzeug saßen, ist das Fahrverhalten mit der Hinterachslenkung des Staplers durchaus überraschend. Thomas meistert die Übung jedoch mit Bravour.

Nach dem anschließenden Briefing zur eigentlichen Tour machen wir uns fertig für die Abfahrt mit unserem Rallye-Auto. Das Starterfeld besteht dabei nicht nur aus batterieelektrischen Fahrzeugen, wie dem e-Niro, sondern auch aus Brennstoffzellenfahrzeugen und Plug-in-Hybriden. So ist dann auch das komplette Who-is-Who der E-Mobilität am Start: Egal ob Jaguar I-Pace (u.a. gefahren von Schauspieler Jürgen Vogel), Hyundai Nexo oder Porsche 918 Spyder (pilotiert von Tatort-Kommissar Richy Müller) – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Zusätzlich kommt uns noch eine ganz besondere Ehre zuteil: Mit der Startnummer 1 dürfen wir das voll- und teilelektrische Starterfeld anführen.

Los geht’s!

10:15: Gleich zum Start folgt die zweite Wertungsprüfung: Noch bevor der Elektro-Kia die ersten Meter rollen darf, muss ich so schnell wie möglich das Auto verlassen, einige Meter zu einem Buzzer sprinten und diesen aktivieren. Anschließend wieder schnell zurück zum Auto. Jetzt darf Thomas Strom geben und zum Buzzer vorfahren, um diesen ein weiteres Mal zu drücken. Damit stoppt die Zeit, mit der diese zweite Prüfung bewertet wird. Der Puls ist jedenfalls gleich auf 180. Zum Glück geht es nun erst einmal weg von der Messe und rauf auf die Straßen.

Da die Rallye im öffentlichen Verkehr stattfindet, steht nicht das schnelle, sondern das konstante Fahren im Fokus. Für den ersten Abschnitt über 66 km stehen uns 105 Minuten zur Verfügung. Zunächst gehen wir noch davon aus, dass das „ja locker zu schaffen sei“. Doch weit gefehlt. Die Strecke über beschauliche Dörfer und enge Landsträßchen lässt sich nur mit entspanntem Tempo absolvieren. Diese Fahrweise passt dabei zum komfortablen Kia, der, trotz des nasskalten Wetters, mit seiner 64 kWh-Batterie mehr als genug Reichweitenreserve bietet, sodass Reichweitenangst für uns keine Rolle spielt.

Wertungsprüfung bei der i-Mobility Rallye 2019
Nicht nur fahrerisches Können ist bei der Rallye gefragt! Das Ziel: hier So viel Wasser wie nur möglich in kurzer Zeit in die Flasche füllen.

Auf der ersten Etappe zum malerischen Schloss Weitenburg wird es dabei nie langweilig. Das Roadbook ist zwar sehr verständlich gestaltet und stellt auch Anfänger wie mich vor keine großen Rätsel. Dennoch muss man die ganze Zeit aufmerksam sein, um nicht eine Abbiegung zu verfehlen oder ein wichtiges Verkehrsschild zu verpassen. Denn auch dafür gibt es später Punkte.

Zusätzliche Zwischenprüfungen mit Fragen rund um die Elektromobilität gehören genauso dazu wie weitere Wertungsprüfungen, bei denen die Höhe des Fahrzeugs auf den Zentimeter genau abgeschätzt werden musste oder auf dem Rottenburger Marktplatz Wasser abgefüllt werden sollte. Alles natürlich in Teamarbeit.

Gelebte Nachhaltigkeit – Solarstrom lädt die Batterie

Dennoch bleibt während der einzelnen Abschnitte genug Zeit, um sich über Elektromobilität und Umweltschutz auszutauschen. Thomas selbst besitzt einen alten Bauernhof, den er nun auf Nachhaltigkeit trimmt. Mit dem Sonnenstrom von den eigenen Solarpanels auf dem Dach lädt er die Batterie seines Kia Niro PHEV, den er seit kurzem fährt und mit dem er sehr zufrieden ist. „Das Beste ist die Rekuperation“, findet Thomas, „lässt sich damit doch so viel Energie zurückgewinnen.“ Die elektrische Reichweite von 58 Kilometern genügt für die Alltagsfahrten mit seiner Familie. Da Thomas auch viel Langstrecke fährt, ist der Plug-in-Hybrid die ideale Kombination.

Vom e-Niro ist Thomas ebenfalls begeistert: „Die Beschleunigung ist wirklich beeindruckend – und das selbst im ECO-Modus!“ So ist die erste Etappe nach zwei spannenden Stunden schon vorbei. Wir liegen 15 Minuten über der Zielzeit. Das gibt ordentlich Strafpunkte! Allerdings befinden wir uns hier in guter Gesellschaft, scheint die Zielzeit doch etwas knapp kalkuliert.

Wertungsprüfung bei der i-Mobility Rallye 2019
Auch Schokoladenkenntnisse sind bei der Rallye gefragt, in diesem Fall über die schwäbische Quadrat-Schokolade.

Beim gemeinsamen Mittagessen auf Schloss Weitenburg bleibt etwas Zeit zum Entspannen. So eine Rallye ist doch anstrengender als gedacht. Doch bevor man sich versieht, geht es auch schon wieder weiter auf die zweite und letzte Etappe. Je nach Fahrzeug kann hier eine lange oder eine kurze Route gewählt werden. Wir fahren natürlich die lange Strecke über 89 km. Dieses Mal haben wir dafür zweieinhalb Stunden Zeit, was nun tatsächlich locker ausreicht.

Ungewissheit und Spannung bis zum Schluss: Welcher Platz ist es geworden?

Auch im zweiten Abschnitt ist wieder die volle Aufmerksamkeit gefragt: An kleinen und großen Prüfungen mangelt es nicht. Auf einem Streckenabschnitt von knapp einem Kilometer müssen mehre Zeittore möglichst auf die Zehntel genau durchfahren werden. Knifflig, hier das richtige Tempo zu finden.

Es folgen noch weitere Wertungsprüfungen, bei denen Kontinuität, fahrerisches Können und Schokoladenkenntnisse gefragt sind. Für Abwechslung ist also gesorgt. Und so fahren wir nach zwei weiteren kurzweiligen Stunden auf die Messepiazza. Geschafft! Stolz und glücklich, die erste E-Auto-Rallye unseres Lebens absolviert zu haben, bleibt nun etwas zu Zeit, die Tour zu reflektieren. Wo haben wir unnötig Strafpunkte gesammelt? Was lief dafür umso besser? Um wie wirkt sich das auf die Gesamtwertung aus?

Zieleinfahrt mit dem Kia e-Niro
Und im Ziel! Doch auf welchem Rang man gelandet ist, erfährt man erst später.

Die Siegerehrung gibt dann Gewissheit: Platz 15 – von 50! Für ein paar Rallye-Newcomer allerdings ein beachtliches Ergebnis, wie wir finden. Eines ist uns ebenfalls klar: Das war sicherlich nicht die letzte Elektroauto-Rallye, bei der wir gestartet sind. Umweltfreundlicher Wettbewerb im E-Auto, das macht Spaß und hat Zukunft.

Disclaimer:

Dieser Artikel erschien in seiner ursprünglichen Fassung im Magazin Elektroautomobil (Ausgabe 03/2019, www.elektroautomobil.com).

Fotos: © Thomas Zehender (Hostrup Fotografie) und © GenerationStrom.com

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