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Aus NewMotion wird Shell Recharge – und nun?!

NewMotion ist eines der größten Ladenetzwerke Europas. Wie bereits vor einigen Wochen in der NewMotion-App angekündigt wurde, wird die App nun zu Shell Recharge und damit – zumindest markentechnisch – stärker an den Energie- und Erdölriesen angekoppelt. Was bedeutet das für die Nutzer? Generation Strom fasst den aktuellen Stand zusammen.

Was ist NewMotion?

NewMotion ist ein Ladenetzwerk, das mit den unterschiedlichen Anbietern von Ladeinfrastruktur (LIS) in Europa Verträge aushandelt, damit man mit nur einem Konto an möglichst vielen Ladestationen laden kann. Damit bietet NewMotion in seinem Roaming-Netzwerk Zugang zu über 125.000 Ladepunkten in 35 Ländern europaweit. Ladevorgänge lassen sich über die entsprechende App oder per RFID-Schlüsselanhänger starten. Alternativ kann man auch eine klassische Ladekarte nutzen.

NewMotion bietet allerdings nicht nur Zugang zu Ladestationen, sondern vertreibt auch Wallboxen und Ladesäulen, sowie Softwarelösungen zum Betrieb der Ladeinfrastuktur.

NewMotion wurde 2009 in den Niederlanden unter dem Namen The New Motion gegründet.

New Motion und Shell

Vor ziemlich genau zwei Jahren hat Shell NewMotion übernommen. Die Übernahme erfolgte überraschend und kann durchaus als äußerst weitsichtig von Shell betrachtet werden. Schon damals gehörte NewMotion neben Plugsurfing zum größten Roaming-Netzwerkbetreiber Europas.

Shell verfolgt in den letzten Jahren konsequent den Umbau vom Mineralölkonzern zum Energieanbieter mit Fokus auf Elektromobilität und erneuerbare Energien. So hat Shell beispielsweise auch den deutschen Batterieanbieter Sonnen übernommen, ist Partner von Ionity und hat die US-Ladenetzplattform Greenlots gekauft.

Nun hat Shell die weit verbreitete Ladeapp NewMotion in Shell Recharge umgewandelt. NewMotion existiert zwar weiterhin als Unternehmen innerhalb des Konzern, allerdings weist die Ladeapp nun einen deutlich Fokus auf die Marke Shell auf.

Wie geht es weiter?

Zunächst einmal bleibt alles wie gehabt. Shell hat angekündigt unter dem neuen Markennamen viele neue Services und Funktionen anzubieten. Wie diese nun genau aussehen, wird sich noch zeigen. Man kann auch davon ausgehen, dass die Ladeschlüssel und -karten ein neues Design erhalten werden.

Dadurch, dass NewMotion bereits seit 2017 zu Shell gehört, ändert sich auch nichts am Geldfluss der einzelnen Bezahlungen. Shell wird in der E-Autofahrer-Bubble natürlich mit der „alten“ Verbrenner- und Erdölwelt in Verbindung gebracht. Dieses Image hatte NewMotion als neu gegründetes Unternehmen freilich nicht. In den sozialen Netzwerken wird daher bereits heiß diskutiert, ob man Shell Recharge nun den Rücken zukehren sollte. Meiner Meinung nach ist das Aktionismus, denn am eigentlichen Ziel, europaweiten Zugang zu Ladeinfrastuktur zu bieten, ändert sich ja zunächst nichts. Wer nicht möchte, dass seine Ladekosten an den niederländisch-britischen Mineralölkonzern fließen, hätte bereits 2017 NewMotion aus seinem Ladekartenportfolio verbannen müssen.

Auf der anderen Seite ist Shell dem Autofahrer-Mainstream eher ein Begriff als NewMotion. Von daher wird sich die markentechnische Umstellung mittel- bis langfristig für Shell auszahlen, schließlich hat Shell ein vergleichsweise gutes Image bei den Autofahrern als Premium-Tankstellenbetreiber. Diesen Anspruch muss Shell nun auch bei den Ladeservices und dem Angebot der Ladeinfrastruktur gerecht werden.

Shell Recharge - App Logo
Shell Recharge – App Logo

Update – 24.10.2019

Von NewMotion wird es weiterhin eine eigene App geben: EV Charging. Diese kann allerdings nichts mit den „normalen“ NewMotion-Ladekarten verwendet werden, sondern ist offenbar für die Nutzung anderer NewMotion-Karten gedacht, die von anderen Anbietern ausgegeben werden, wie bspw. die Ladekarte von Opel.

Fazit

Zwar gehört Shell noch immer zu den absoluten Mineralölriesen, doch hat man – vielleicht früher als andere – den Wandel erkannt und versucht sich diesem aktiv zu stellen. Daran ist zunächst einmal nichts auszusetzen, solange die Elektromobilität davon profitiert und nicht darunter leidet oder blockiert wird. Daher steht einer weiteren Nutzung von Shell Recharge meiner Meinung nach nichts im Wege. Ich bin aber gespannt, wie sich die Plattform weiter entwickelt und werde dies genau beobachten.

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