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Hybrid-Spezial – Teil 1: Der Micro-Hybrid

Zwischen klassischem Verbrenner und reinem Elektroauto gibt es eine Vielzahl von Zwischenstufen. In der Mini-Serie „Hybrid-Spezial“ stelle ich sämtliche Facetten der Hybridisierung vor. Den Anfang macht der Micro-Hybrid.

Micro-Hybride stellen die unterste Ebene der Elektrifizierung von Fahrzeugen dar. Bei diesem, in Europa nicht erhältlichen Nissan Serena S-Hybrid wird der Verbrennungsmotor von einem 2,6 PS „starken“, riemengetriebenen Starter-Generator (=RSG) unterstützt, der bei Bedarf zusätzliche 48 Nm auf die Kurbelwelle stemmt. Solche Systeme sind sehr einfach und günstig, haben allerdings mit Elektromobilität recht wenig zu tun. Der hierzulande verbreitete smart fortwo mhd (=micro hybrid drive) der Baureihe 451 gehört ebenfalls zu dieser Kategorie.

Was bringt dann so ein Starter-Generator?

Zunächst einmal spart man sich ein Bauteil, nämlich den klassischen Ritzel-Starter, umgangssprachlich auch Anlasser genannt. Stattdessen verbaut man einen kleinen Elektromotor, der über einen Riemen mit der Kurbelwelle verbunden ist und darüber den Verbrennungsmotor starten kann. Ein RSG ist für Stopp-Start-Systeme wunderbar, da sie auf viele Zyklen ausgelegt sind und deutlich robuster als klassische Ritzel-Starter sind. Außerdem können die Startvorgänge schneller und komfortabler erfolgen.

Smart Micro Hybrid Drive (MHD)
Die mhd-Modelle der zweiten Smart Generation (BR451) verfügen über einen RSG für das Stopp-Start-System. (Foto: © Daimler AG)

Zusätzlich wird der RSG auch genutzt, um die 12-Volt-Batterie zu laden, in dem man – bestenfalls bedarfsgesteuert – den Elektromotor als Generator einsetzt. Idealerweise lädt man immer dann die 12V-Batterie, wenn gerade überschüssige Last an der Kurbelwelle anliegt, also beispielsweise beim Bremsen. Wenn man möchte, kann man dies schon als Rekuperation (=Bremsenergierückgewinnung) bezeichnen.

Das Laden der Batterie erfolgt bei einem konventionellen Verbrenner über den „klassischen“ Generator, der im Volksmund Lichtmaschine genannt wird. Auch diesen kann man in effizienteren Systemen bedarfsgerecht zuschalten. Normalerweise läuft sonst ein Generator kontinuierlich mit.

Daimler Mercedes-Benz Riemengetriebener Starter-Generator (RSG)
Ein riemengetriebener Starter-Generator, wie er bei modernen Fahrzeugen von Mercedes-Benz eingesetzt wird. (Foto: © Daimler AG)

Im Falle des Nissan Serena S-Hybrid kann der RSG noch etwas beim Beschleunigen mit zusätzlichem Drehmoment unterstützen. Eine Art Vorstufe des Boostens.

Kurz gesagt…

… ist der Micro-Hybrid in der einfachsten Umsetzung eine besonders komfortable, zuverlässige und effiziente Variante eines Stopp-Start-Systems. Etwas aufwendigere Systeme können zusätzlich den Verbrennungsmotor unterstützen.

smart fortwo micro hybrid drive (mhd)
In vielen Modellen des smart fortwo ist der mhd-Antrieb (micro hybrid drive) verbraut – ein Stopp-Start-System per RSG. (Foto: © Daimler AG)

Hybrid-Check:

Technologie: Micro Hybrid
Stopp-Start: ja
Segeln: nein
Rekuperation: ja, aber typischerweise nur für 12V
Boosten: ja, je nach System
elektrisches Fahren: nein
typische Leistungen: max. 3 kW / 4 PS
Spannungsebene: 12 Volt

 

Weiterführende Links:

 

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