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Der Wallbox-Ratgeber: Darauf kommt es an.

Wallboxen sind eine äußerst komfortable Möglichkeit, um ein Elektroauto oder Plug-in-Hybriden zu Hause oder auf Arbeit zu laden. Inzwischen gibt es ein nahezu unübersichtliches Angebot der beliebten Ladestationen. Nach welchen Kriterien man seine Wallbox auswählen sollte, klärt dieser Artikel.

Eine Wallbox bietet beim Laden viele Vorteile: Bei den meisten Elektrofahrzeugen lässt sich nur so die maximale Ladeleistung erreichen. Das Laden ist durch die integrierten Überwachungsmechanismen sicher und ein gutes Design einer Wallbox ermöglicht äußerst komfortable Ladevorgänge. Je nach Typ lassen sich dazu viele Zusatzinformationen über den Ladevorgang abrufen. Einige Wallboxen können sogar in ein intelligentes Lademanagement eingebunden werden, um bestenfalls mit dem hauseigenen Solarstrom das Elektroauto aufzuladen.

Mennekes Wallbox Amtron
Die Mennekes Wallbox Amtron Basic enthält bereits einen separaten Stromzähler. Mennekes Wallboxen werden häufig von Elektrikern angeboten. (Foto: © Y. Kolb von Bytes ’n‘ Batteries)

Wahl der passenden Ladeleistung

Die Installation der Wallbox ist nur etwas für den Fachmann und sollte daher immer von einem Elektriker durchgeführt werden. Dieser kann auch einschätzen, welche maximale Anschlussleistung vor Ort möglich ist. Muss ein komplett neues Kabel gelegt werden, so lohnt es sich, hier Kabel für die maximal mögliche Leistung verlegen zu lassen (bestenfalls 22 kW, 32A, dreiphasig). Der Arbeitsaufwand macht schließlich den Löwenanteil bei den Installationskosten eines Kabels aus. Zu beachten ist allerdings, dass ab Anschlussleistungen von 11 kVA der Netzbetreiber ein Wörtchen mitzureden hat. Dieser kann den Ladepunkt mit dieser Leistung verbieten und gegebenenfalls eine reduzierte Anschlussleistung fordern, beispielsweise wenn aufgrund einer Vielzahl von Ladepunkten an einem Ortstrafo eine Überlastung droht.

Übrigens: Bei der Anschlussleistung berücksichtigt der Netzbetreiber die Scheinleistung (Einheit: VA – Voltampere) und nicht die Wirkleistung (Einheit: W – Watt) – also die theoretisch maximal mögliche Anschlussleistung.

Ladeleistung Genehmigung
≤ 4,6 kVA keine
4,6 kVA bis 12 kVA meldepflichtig
≥ 12 kVA genehmigungspflichtig

Leistung der Wallbox

So manch dreiphasige Wallbox ist kaum teurer oder sogar günstiger als eine einphasige Wallbox. Besteht die Möglichkeit, die Wallbox an einen Drehstromanschluss anzuschließen, kann dies daher oft ohne oder nur mit geringen Mehrkosten beim Kauf der Wallbox geschehen. Zu beachten ist allerdings, dass laut technischer Anschlussbedingungen (TAB) einphasig ladende Fahrzeuge mit maximal 20 A geladen werden dürfen (ergibt maximal 4,6 kW Ladeleistung). Das bedeutet, dass selbst an einer 22-kW-Wallbox ein entsprechendes Fahrzeug nur mit 4,6 kW geladen werden dürfte, um sogenannte Schieflast zu vermeiden. Die Schieflastbegrenzung soll verhindern, dass in unserem dreiphasigen Stromnetz einzelne Phasen und damit Trafos überlastet werden.

Wallbox Alfen ICU
Die Wallboxen von Alfen bieten traditionell ein großes Display und sind auch für den Außenbereich geeignet.

Ein guter Kompromiss aus Kosten und Ladeleistung ist daher eine dreiphasige Wallbox mit 11 kW. Jede angeschlossene Phase stellt hier eine Ladeleistung von 3,7 kW zur Verfügung. Je mehr das Fahrzeug davon nutzen kann, desto besser. Viele neue Elektroautos verfügen, zumindest optional, über On-Board-Lader mit 11-kW-Ladeleistung (z.B. Tesla Model 3, BMW i3, VW ID.3) und können daher ideal geladen werden. Über Nacht ist damit praktisch jedes Elektroauto voll. Fahrzeuge mit zweiphasigen Ladern (z.B. Mercedes EQC, VW e-Golf) laden hier ebenfalls mit maximaler Leistung. Einphasig ladende Fahrzeuge müssen sich allerdings mit 3,7 kW zufrieden geben, was allerdings nur leicht unter der erlaubten Grenze von 4,6 kW liegt.

Typische Vertreter der einzelnen Leistungsklassen sind hier aufgelistet:

Fahrzeug Ladeleistung Anzahl Phasen
Audi e-tron 11 kW / 22 kW* 3
BMW i3 und i3s 11 kW 3
Hyundai Ioniq 7,2 kW 1
Hyundai Kona 7,2 kW / 11 kW* 1 / 3*
Jaguar I-Pace 7,0 kW 1
Kia e-Niro und e-Soul 7,2 kW 1
Mercedes-Benz EQC 7,2 kW 2
Nissan Leaf 6,6 kW 1
Opel Ampera-e 7,2 kW 1
Opel Corsa-e 7,4 kW / 11 kW* 1 / 3*
Peugeot e-208 und e-2008 11 kW 3
Renault Zoe 22 kW 3
smart EQ fortwo und forfour 4,6 kW / 22 kW* 1 / 3*
Tesla Model 3 11 kW 3
Tesla Model S und X 16,5 kW 3
VW e-Golf 7,2 kW 2
VW e-Up 7,2 kW 2
VW ID.3 11 kW 3

*optional

BMW i3s laden an der Wallbox
Für das Laden am eigenen Stellplatz ist eine Wallbox ideal. (Foto: © Y. Kolb von Bytes ’n‘ Batteries)

Das passende Ladekabel

Die angebotenen Wallboxen lassen sich in solche mit fest angeschlagenem Kabel und solche mit Ladedose unterteilen. Varianten mit fest angeschlagenem Kabel sind komfortabler in der Handhabung und man kann sein Ladekabel „für unterwegs“ im Auto liegen lassen. Allerdings muss man sich hier auf einen Steckertyp festlegen. Wer Fahrzeuge mit Typ-1- und Typ-2-Anschluss laden will, sollte daher eine Wallbox mit Ladedose wählen.

Wie bereits beim Ladekabel-Ratgeber erläutert, sollte das Ladekabel so lang wie nötig, aber so kurz wie möglich ausgeführt sein, um das Hantieren mit dem Kabel zu erleichtern. Zu berücksichtigen ist auch ein möglicher, zukünftiger Fahrzeugwechsel. Vielleicht hat das nächste Fahrzeug seinen Ladeanschluss hinten anstatt an der Front. Auch in diesem Fall sollte das Kabel lang genug sein.

Phoenix Contact Ladekabel

Sparfüchse können auf Wallboxen mit fest angeschlagenem Kabel verzichten und nehmen stattdessen eine Variante mit Ladedose. Vorteil: Das Ladekabel kann immer passend zum Fahrzeug ausgewählt werden. Allerdings muss dann das Kabel immer abgezogen und mitgenommen werden, wenn man unterwegs laden möchte und man nur ein Ladekabel anschaffen will.

Pflichtausstattung einer Wallbox

Wie bereits erwähnt, gibt es Wallboxen mit allen erdenklichen Zusatzfunktionen, sodass sich für jeden Anwendungsfall ein passender Typ finden lässt. Wer nur in seiner heimischen Garage so einfach wie möglich sein Fahrzeug laden möchte, kann daher auf viele der (häufig teuren) Zusatzfunktionen verzichten, sollte im Gegenzug jedoch die folgenden Punkte im Auge behalten: Die Wallbox sollte über einen integrierten FI-Schalter vom Typ B verfügen (Gleichstrom-FI-Schalter). Da bei Elektroautos Gleichstrom-Fehlerströme auftreten können, muss ein entsprechender FI-Schalter vorgehalten werden. Idealerweise ist dieser in der Wallbox integriert, was deutlich günstiger ist, als diesen im Hausanschluss nachrüsten zu müssen. Ebenfalls äußerst praktisch ist eine integrierte Kabelhalterung, welche die Handhabung des Ladekabels deutlich erleichtert. Weitere Extras hängen stark vom Anwendungsfall ab.

Webasto Wallbox Live
Die Webasto Wallbox gibt es in den Variante Pure und Live (hier dargestellt). Die variante Pure eignet sich perfekt für das einfache Laden zu Hause, während die Version Live eher auf Anwendungen mit vielen Nutzern oder im geschäftlichen Bereich ausgelegt ist.

Befindet sich die Wallbox im Außenbereich, so ist auf eine möglichst hohe IP-Schutzklasse zu achten. Bei der Installation in einer Sammelgarage kann es sinnvoll sein, dass die Wallbox über eine Authentifizierung verfügt, um unbefugtes Laden zu unterbinden. Bei Gemeinschaftsgaragen empfiehlt es sich, eine Wallbox mit der Möglichkeit zum Anschluss an ein Lastmanagement zu kaufen. Sollten später mehrere Wallboxen in der Garage installiert werden, erfordert dies meist zwangsläufig das Nachrüsten eines Lastmanagements. Gut, wenn die eigene Wallbox dafür vorbereitet ist. Je nachdem, wie stark die Wallbox in das hauseigene Netz eingebunden werden soll, sind zusätzliche Konnektivitätsfunktionen erforderlich, die jeder individuell nach seinen Gegebenheiten prüfen muss.

Wallboxen vom Autohersteller

Immer mehr Autohersteller bieten zu ihren Elektrofahrzeugen (vermeintlich) passende Wallboxen an. Diese sollte man nicht einfach blind mitbestellen, sondern besser genau prüfen, ob sich das Angebot lohnt.

Hyundai kooperiert hier beispielsweise mit Webasto und bietet die Wallbox Pure mit 3,7 kW (einphasig) oder 11 kW (dreiphasig) an. Für 95 Euro kann eine Standortanalyse gebucht werden. Erfahrungsgemäß ist dieser Service bei den meisten Elektrikern kostenlos erhältlich.

Bei Nissan gibt es in Kooperation mit E.ON ein Gesamtpaket für 1.865 EUR inklusive Wallbox und Prüfung und Montage durch einen E.ON-Elektriker. Auch hier gibt es einen optionalen Vor-Ort-Check, sollten umfangreichere Umbauarbeiten erforderlich sein. Dieser schlägt allerdings mit 339 EUR zu buche. Wiederum gilt: Ein Preisvergleich mit einem örtlichen Elektriker kann bares Geld sparen.

Ebenfalls kurios: Nissan bietet eine (in der Leistung skalierbare) 22-kW-Wallbox an, obwohl der Nissan Leaf nur maximal mit 6,6 kW einphasig lädt. Auch hier ist fraglich, ob sich Preis und Aufwand lohnen.

Auch Mercedes bewirbt seinen Elektro-SUV mit einer 22-kW-Wallbox, die zwar für den Smart mit Schnelllader ideal passt, für den EQC aber überdimensioniert ist. Da der EQC nur mit 7,2 kW laden kann, reicht, wie bereits erwähnt, eine 11-kW-Wallbox.

VW Wallbox 11 kW
VW wird seine 11 kW Wallbox ID. Charger zum Kampfpreis von 399 EUR anbieten. Die Markteinführung erfolgt voraussichtlich nächstes Jahr.

Ein äußerst gutes Angebot unterbreitet VW wiederum (nicht nur) den Kunden des VW ID.3. Die unter anderem auf der IAA 2019 gezeigte Wallbox enthält ebenfalls bereits den DC-Fehlerstromschutz und ein 4,5 Meter langes, fest angeschlagenes Kabel. Der Einführungspreis soll bei unschlagbaren 399 EUR liegen. Vertrieben wird die Wallbox von der VW-Tochter Elli und sollte daher auch Kunden anderen Marken zur Verfügung stehen. Erhältlich ist die sie aktuell noch nicht (Stand: 17.10.2019), sondern wird wohl erst zum Marktstart des VW ID.3 im nächsten Jahr ausgeliefert werden.

Günstig zum Ladepunkt

In den meisten Fällen kommt man am günstigsten an seinen Ladepunkt, wenn man zunächst von einem Elektriker die maximal mögliche Anschlussleistung ermitteln lässt. Dies ist normalerweise kostenlos. Für die notwendigen Umbau- und Anschlussarbeiten kann man sich hier gleich ein Angebot erstellen lassen. Gute Elektriker verfügen bereits über entsprechende Erfahrung, was die Installation von Lademöglichkeiten betrifft, und können die Aufwände gut abschätzen. Auch die Anmeldung bzw. Genehmigung des Ladepunkts sollte im Angebot inkludiert sein. Im Zweifel sollte man ein Zweit- oder gar Drittangebot einholen.

Viele Elektriker bieten auch Wallboxen an, allerdings nie in der Vielfalt und zu den Preisen, wie sie am Markt verfügbar sind. Wer die maximal mögliche Anschlussleistung ermittelt hat und es sich zutraut, kauft die Wallbox daher am besten selbst, beispielsweise über einschlägige Händler im Internet. Die etablierten Onlineshops können bei der Auswahl unterstützen.

Wie immer gilt: Finger weg von billiger Importware eines No-Name-Herstellers. Bei der Sicherheit sollte nicht gespart werden. So zeigte beispielsweise ein Wallbox-Vergleichstest von ADAC eklatante Unterschiede bei den Reaktionen der Wallboxen auf provozierte Fehlerfälle. Solche Tests helfen dann auch bei der Auswahl einer geeigneten Ladestation. Damit das Laden so einfach, sicher und komfortabel wird, wie es sein sollte.

Günstige Wallboxen mit 11 kW, fest angeschlagenem Kabel und DC-Fehlerschutz (FI-Schalter Typ B):

Wallbox Preis ADAC-Testurteil
Wallbe Eco 2.0s ab 498,95 € gut, Note: 1,7*
Heidelberg Home Eco ab 499,00 € sehr gut, Note: 1,1
Webasto Pure Home ab 595,00 € sehr gut, Note: 1,2
Mennekes Amtron Compact ab 669,95 € gut, Note: 1,6**

*Im Test die Variante mit 3,7 kW.
**Im Test die Variante Start.

Ergebnisse des ADAC-Tests von Wallboxen 2018 und 2019

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Weiterführende Links:

Update:

Der Artikel wurde am 05.11.2019 leicht aktualisiert (Update der Heidelberg Wallbox Home Eco).

Disclaimer:

Dieser Artikel erschien in seiner ursprünglichen Fassung im Magazin Elektroautomobil (Ausgabe 04/2019, www.elektroautomobil.com). Der Artikel im Heft enthält zusätzlich eine Komplettübersicht nahezu aller im Markt befindlichen Wallboxen. Das Magazin Elektroautomobil erscheint alle zwei Monate im Zeitschriftenhandel und kann hier abonniert werden.

Fotos (wenn nicht anders gekennzeichnet): © GenerationStrom.com

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2 Kommentare zu „Der Wallbox-Ratgeber: Darauf kommt es an.

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  1. Hallo,

    wie ist das denn eigentlich mit der Anmeldung bzw. Genehmigung bei mobilen Ladegeräten? Z.B. Go e Charger und co?

    Gruß
    Stefan

    1. Hallo Stefan,

      das kommt drauf an. Theoretisch musst du ja nur eine Steckdose installieren lassen. Was du da anschließt, kann dem Netzbetreiber erst einmal egal sein. Allerdings fällt unter die Meldepflicht jede Einrichtung zum Laden eines Elektrofahrzeugs, also auch von mobilen Ladegeräten. Wenn du nun die Steckdose einer anderen Person nutzen möchtest, wenn du z.B. unterwegs bist, dann kannst du den Ladevorgang natürlich schlecht vorher anmelden.
      Daher mein Tipp: Bei einem persönlichen Ladepunkte sollte man auch bei mobilen Ladestationen den Betrieb anmelden (bis 11 kW) bzw. genehmigen lassen bis 22 kW). Damit wäre man auf der absolut sicheren Seite.
      Siehe auch: https://www.smarter-fahren.de/nachrichten/wallbox-meldepflicht/

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