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Plugsurfing vs. NewMotion (Shell Recharge): Preis-Check

Plugsurfing und NewMotion sind die beiden größten Roaming-Anbieter für das Laden von Elektroautos in Europa. Doch welchen der beiden sollte man wählen? Der Preis-Check klärt, welcher Anbieter unterm Strich der günstigste ist.

Plugsurfing und NewMotion sind Ladenetzwerke, die mit den unterschiedlichen Anbietern von Ladeinfrastruktur in Europa Verträge aushandeln, damit man mit nur einem Konto an möglichst vielen Ladestationen laden kann. Sowohl bei Plugsurfing als auch bei NewMotion lassen sich Ladevorgänge über die entsprechende App oder per RFID-Schlüsselanhänger starten. Bei NewMotion gibt es alternativ auch eine klassische Ladekarte.

Ladeschlüssel und Ladenetzwerk

Bei NewMotion ist der Schlüsselanhänger kostenlos. Man erhält diesen nach der Registrierung. Bei Plugsurfing kostet der Schlüsselanhänger oder die Ladekarte jeweils 9,95 EUR, im Gegenzug erhält man ein Ladeguthaben in Höhe von 10 EUR.

Beide Anbieter geben dem Nutzer Zugang zu über 125.000 Ladepunkten in Europa. Plugsurfing hat hier in Summe mit 110.000 Ladepunkten noch einmal leicht die Nase vorn.

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Die Ladesäulen können auch mit den Apps von Plugsurfing und NewMotion freigeschaltet werden.

Die Preise

Da jeder der beiden Anbieter die Preise mit den Betreibern der Ladeinfrastruktur aushandelt, sind die Tarife zwischen Plugsurfing und NewMotion nicht nur unterschiedlich, sondern liegen fast immer über den Preisen, die der Betreiber der Ladesäulen in seinen Ladetarifen aufruft. Der Vorteil liegt dennoch klar auf der Hand: Hat man sich einmal bei NewMotion oder Plugsurfing angemeldet, kann man viele Ladepunkte nutzen, ohne sich jedes Mal bei dem (regionalen) Anbieter registrieren zu müssen.

Dadurch, dass sich die Preise von Plugsurfing und NewMotion immer an den Preismodellen der Ladeinfrastrukturbetreiber orientieren, sind die Preise an den verschiedenen Ladepunkten der unterschiedlichen Betreiber nie gleich. Teils wird nach Kilowattstunden (kWh), teils nach Zeit und manchmal auch noch pauschal abgerechnet. An Ladesäulen des Ladenetz-Netzwerks (wird nur von NewMotion unterstützt) wird sogar nach Kilowattstunden, Zeit und einer pauschalen Startgebühr abgerechnet.

Das es unzählige regionale Anbieter von Ladeinfrastruktur gibt, habe ich mich auf die fünf größten und in Deutschland am weitesten verbreiteten Anbieter konzentriert, die von beiden Kontrahenten unterstützt werden:

Bei allen Ladevorgängen, die mit NewMotion durchgeführt werden, kommt pauschal eine Service-Gebühr von 0,35 EUR dazu. Diese gibt es bei Plugsurfing nicht. Dennoch zeigt der Preisvergleich ganz deutlich: NewMotion ist in fast allen Fällen günstiger:

Preisvergleich Plugsurfing und NewMotion
In fast allen Fällen ist NewMotion günstiger als Plugsurfing. Bei NewMotion darf allerdings nicht die Service-Gebühr von 35 Cent je Ladevorgang vergessen werden.

Schauen wir uns die einzelnen Anbieter im Detail an:

Allego: Die Kilowattstunde AC ist bei NewMotion vier Cent günstiger, bei DC-Ladestationen sogar sechs Cent. Da NewMotion aufgrund der Servicegebühr von 35 Cent mit einem kleinen Nachteil startet, rechnet sich die Ladung bei Allego mit NewMotion „erst“ nach neun (AC) bzw. sechs Kilowattstunden (DC).

Fastned: Analog zu Allego ist NewMotion auch her ab sechs Kilowattstunden günstiger.

EnBW: Obwohl EnBW inzwischen auf die Abrechnung nach Kilowattstunden umgestellt hat, rechnen Plugsurfing und NewMotion noch nach Minuten ab, wie es früher bei EnBW der Fall war. Bei AC-Ladevorgängen ist NewMotion bereits ab einer Ladedauer von neun Minuten günstiger, bei DC-Ladungen sind es gar nur vier Minuten.

Innogy: Bei AC-Ladevorgängen an Innogy-Ladesäulen rufen beide Betreiber 39 Cent für die Kilowattstunde auf. Bei Plugsurfing kommt hier zusätzlich eine Zeitkomponente hinzu, die allerdings nur bei 1,3 Cent liegt. Ab 27 Minuten Ladedauer lädt man mit NewMotion günstiger. Bei den DC-Ladungen über das Innogy-Netzwerk ist es etwas komplizierter, da hier bei Plugsurfing ebenfalls 39 Cent je kWh aufgerufen werden, bei NewMotion allerdings eine Pauschale (genannt: „Session Fee“) fällig wird, die sich auf 9,87 EUR (9,52 EUR Pauschale + 0,35 EUR Servicegebühr) summiert. Ab einer Lademenge von 25 kWh ist die NewMotion-Pauschale günstiger als der Kilowattstundenpreis von Plugsurfing, bei dem ich die ladeleistungsabhängige Zeitkomponente von 1,3 Cent je Minute der Einfachheit halber ignoriert habe.

Ionity: Da Ionity keine AC-Ladesäulen betreibt, muss hier nur die Pauschale für DC-Ladevorgänge verglichen werden. Hier rechnet sich die Ladung mit NewMotion sofort.

Allerdings kann es dennoch bei regionalen Anbietern zu Preisunterschieden zugunsten von Plugsurfing kommen. Das muss – leider – jeder für seine Region oder Stadt separat prüfen.

Audi e-tron an Ionity-Ladesäulen
An Ionity-Ladesäulen kann mit NewMotion für 7,95 EUR der Akku komplett geladen werden.

Alternativen

Wie schon in meinen zahlreichen Artikeln zu Ladetarifen beschrieben, gibt es drei große Anbieter in Deutschland, die transparent nach Kilowattstunden abrechnen und hier einheitliche Preise verlangen. Diese wären:

Fazit

In den meisten Fällen ist NewMotion günstiger als Plugsurfing. Hinzu kommt, dass NewMotion auch Zugang zum Ladenetz-Netzwerk bietet, welches bei Plugsurfing nicht integriert ist. Daher lohnt sich NewMotion zumindest als Back-Up-Ladezugang allemal. In den meisten Fällen kommt man jedoch mit Telekom Get Charge, Maingau Energie EinfachStromLaden oder EnBW mobility+ günstiger weg.

Plugsurfing und NewMotion - Apps
Die App-Icons von Plugsurfing und NewMotion

Update – 23.10.2019

Aus NewMotion ist inzwischen Shell Recharge geworden. Mehr zu den Hintergründen erfahrt ihr hier. Die Preise haben sich deswegen allerdings nicht geändert. Der Titel des Beitrags wurde entsprechend aktualisiert.

Die Anzahl der Ladepunkte wurde ebenfalls aktualisiert und bei NewMotion / Shell Recharge von 100.000 auf 125.000 erhöht.

Weiterführende Links:

 

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3 Kommentare zu „Plugsurfing vs. NewMotion (Shell Recharge): Preis-Check

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  1. Frage: es sollen 2 Fahrzeuge mit dem go echarger geladen werden. Das eine Fahrzeug kann mit Maximal 3,7 kW geladen werden, das andere mit 7,4 kW. Kann man nun beide mit einem Ladekabel 32A laden? Oder verhindert die Codierung das?

    1. Beide Fahrzeuge können mit dem gleichen Ladekabel geladen werden. Der Bemessungsstrom muss nur immer größer oder gleich dem Ladestrom des Fahrzeugs sein. Beim ersten sind es 16 A (3,7 kW), beim zweiten 32 A (7,4 kW). In beiden Fällen wäre das 32A-Kabel also ausreichend dimensioniert.

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