Mit dem Elektrosmart durch den Winter

Pünktlich zur kalten Jahreszeit hatte ich mir den gebrauchten Elektrosmart zugelegt. Seitdem habe ich mit dem Auto fast 3.800 Kilometer zurückgelegt – auch bei tiefen Minusgraden. Zeit für ein Resümee der letzten Monate.

Laden im Alltag

Die ersten vier Monate mit dem E-Smart verliefen erstaunlich unspektakulär. Für die Fahrten rund um Stuttgart hat sich der kleine Zweisitzer auch bei winterlichen Verhältnissen bereits vielfach bewährt. Auch das Laden klappte immer problemlos. Allerdings wurden auch mehr als 90% der Ladevorgänge zu Hause an der eigenen Steckdose in der Garage durchgeführt. Zwei, drei Male habe ich kostenlosen Strom bei den Stadtwerken Sindelfingen gezapft und wenn möglich bei der Arbeit an den Innogy-Ladesäulen geladen.

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Den kostenlosen Ladepunkt bei den Stadtwerken Sindelfingen nutzte ich bisher nur wenige Male.

Nur ein einziges Mal hatte ich aufgrund der Reichweite Schweißperlen auf der Stirn, als eine kostenlose, halböffentliche Ladesäule nicht funktionierte, auf Arbeit alle Ladepunkte belegt waren und ich zuvor zu Hause nicht voll geladen hatte. An diesem Tag fuhr ich ein paar mehr Kilometer als ursprünglich geplant. Mein Kalkül, mit möglichst leerer Batterie die kostenlose Ladesäule anzufahren und den leeren Akku aufzufüllen, ging somit nicht auf. Hier rettete mich mein NRGkick, da ich mit diesem an einer Drehstromsteckdose innerhalb kurzer Zeit den Akku wieder vollladen konnte.

Was lernt man daraus? Einfach immer vollladen, wenn es geht. Man weiß schließlich nicht, was einem kurzfristig noch so in den Sinn kommt. Seitdem gab es auch nie wieder Probleme, was die Reichweite angeht. Für längere Strecken standen mir bis vor kurzem ja auch noch zwei weitere Verbrenner zur Verfügung – jetzt ist es noch einer. Somit kann ich zur Not immer auf eine Back-Up-Lösung zurückgreifen. Aber selbst diese war nur sehr selten erforderlich.

Verbrauch im Winter

Spannend war für mich, wie sich die Reichweite bzw. der Verbrauch im Winter entwickeln würde. Nach 3.800 Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 49 km/h lag dieser bei 20,5 kWh/100 km. Nicht wenig. Allerdings muss man dabei auch berücksichtigen, dass ich einen hohen Landstraßen- und Autobahnanteil mit vielen Steigungen bei meiner täglichen Fahrstrecke habe, was den Verbrauch nach oben treibt. Dies belegt auch die vergleichsweise hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, die man bei reinen Stadtfahrten sicherlich nicht erreicht.

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Seit dem Kauf vor etwas über vier Monaten wurden mit dem Smart knapp 3.800 Kilometer zurückgelegt.

Bei den typischen nasskalten Wintern sind auch immer viele Verbraucher aktiviert: Scheibenwischer, Licht, Sitzheizung, Heizung und Lüftung, Autoradio, usw. Abstriche wollte ich hier auch keine hinnehmen, weshalb ich auch immer mit der Heizung unterwegs bin. Sehr schön im Winter: Die elektrische Heizung liefert praktisch sofort warme Luft – im Gegensatz zu unserem alten Peugeot Diesel, der sehr lange brauchte um erst den Motor und dann den Fahrgastraum aufzuheizen. Hier erwies sich der Smart als die wintertauglichere Variante. Die praktische Vorklimatisierung rundet die Wintertauglichkeit zusätzlich ab.

Was ich mir noch wünschen würde, wäre eine Lenkradheizung. Die Hände sind sonst immer an dem kalten Lenkrad und müssen so indirekt über die Lüftung aufgewärmt werden. Mit einer Lenkradheizung könnte man sich dann auch fast die normale Heizung sparen – zumindest auf Kurzstrecken. Der Hyundai Ioniq oder der Kia Soul EV verfügen beispielsweise über dieses praktische Feature.

Kommen wir noch einmal zum Verbrauch. Bei den zwischenzeitlich bitterkalten -10°C bis -12°C stieg der Verbrauch noch einmal um 2-3 kWh/100 km an. Aber selbst dann konnte ich den Weg zur Arbeit und zurück problemlos zurücklegen. Bei diesen Temperaturen hätte ich auch erwartet, dass nicht mehr die volle Leistung zur Verfügung steht – aber dieser Effekt trat nur ein einziges Mal auf. Auf der Autobahn war dann plötzlich bereits bei 100 km/h anstatt bei 125 km/h Schluss. Nicht dramatisch – lässt der der Autobahnverkehr rund um Stuttgart selten höhere Geschwindigkeiten zu. Dennoch wundert man sich zunächst, wenn man das Fahrpedal durchtritt und nichts passiert. 

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Bei Temperaturen zwischen 5°C und 10°C sinkt der Verbrauch schnell um 2 kWh/100 km.

Die aktuell frühlingshafteren Temperaturen zwischen 5°C und 10°C wirken sich ebenso unmittelbar auf den Verbrauch aus. So liegt dieser nun ca. 2 kWh niedriger als sonst. Ich bin schon gespannt, wo sich der Verbrauch einpendeln wird, wenn das Thermometer dauerhaft auf deutlich über 10°C klettert.

Mit dem Elektroauto in der Waschanlage

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Da in Foren immer mal wieder gerne diskutiert wird, ob man mit einem Elektroauto in die Waschanlage fahren darf, hier die Antwort: Ja, darf man. Natürlich! Wie mit jedem anderen Auto auch. Das ganze Hochvolt-System ist staub- und wasserdicht und kann auch Hochdruckreinigern ohne Probleme widerstehen. Darauf werden die Komponenten ausgelegt und getestet. Also, die „Angst“ vor Waschanlagen ist absolut unbegründet. Auch E-Autos dürfen gewaschen werden.

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