car2go auf zwei Rädern – Teil 2: Mit „Katrin“ durch München

Vor Kurzem konnte ich mit „Katrin“ durch München cruisen. „Katrin“ ist eine von fünfzig Schwalben, die durch emmy in München angesiedelt wurden. Im Gegensatz zu ihren Großvätern aus der DDR sind die neuen Schwalben aber rein-elektrisch. Ein Fahr- und Erlebnisbericht.

Im Sommer letzten Jahres probierte ich die Elektro-Roller von COUP in Berlin aus. Dieses Jahr wollte ich den Gegenentwurf von emmy testen. Und da es emmy seit Kurzem in München gibt und noch dazu die neue Elektro-Schwalbe von GOVECS eingesetzt wird, gab es gleich zwei Gründe für eine Tour durch die bayrische Hauptstadt.

App laden und starten

Die Registrierung bei emmy ist denkbar einfach. Die App laden und einmal durch den Registrierungsprozess gehen. Dabei muss man ein paar Fotos von sich und seinem Führerschein machen, was dann für die Führerschein-Authentifizierung genügt. Die Freigabe erfolgt dann innerhalb kurzer Zeit.

Das Gebiet, in denen man die Roller anmieten kann, beschränkt sich in München derzeit auf die Innenstadt, bestehend aus der Maxvorstadt, der Altstadt und Au-Haidhausen. Da emmy das Free-Floating-Prinzip verfolgt, können die Roller überall im Geschäftsgebiet angemietet und abgestellt werden. Die Parkplatzsuche entfällt, da man die Scooter praktisch überall abstellen kann. Zum Rangieren hat die Schwalbe sogar einen eigenen Fahrmodus. Dieser nennt sich „Crawl“ und unterstützt vorwärts wie rückwärts.

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Mit Katrin drehte ich eine Runde durch München.

Um einen Roller anzumieten, wählt man diesen einfach in der App aus und drückt auf „Jetzt reservieren!“. Nun hat man eine Viertelstunde Zeit, um sich zu dem Roller zu bewegen. Etwas unpraktisch ist allerdings, dass man hierbei nicht ohne weiteres auf die Navigation wechseln kann, da sonst die Reservierung abbricht. Blöd, wenn man sich in der Stadt nicht gut auskennt (so wie ich). Das kann man noch besser machen.

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Obwohl es in München nur 50 Roller gibt, ist es zum Nächsten nie weit.

Ansonsten ist das Prozedere bei der Anmietung aber ähnlich einfach wie bei COUP. Ist man am Roller angelangt, öffnet man per App die Helmbox, in der sich zwei Helme sowie der Schlüssel für den Roller befinden. Auf der Schwalbe kann man nämlich auch zu zweit recht bequem fahren.

So fährt sich die Schwalbe Baujahr 2017

Schlüssel einstecken und herumdrehen, den Motor mit dem roten Knopf starten und eine Fahrstufe am linken Griff einstellen – schon kann es losgehen. Die Schwalbe verfügt über mehrere Fahrstufen, über die man das Beschleunigungsverhalten nach seinen Wünschen anpassen kann. Die erste Stufe lautet „Go“ – was ungefähr dem Eco-Modus bei Elektrofahrzeugen entspricht. Zum ersten Kennenlernen gar keine schlechte Einstellung, da die Beschleunigung stark gedrosselt ist. Zum Mitschwimmen reicht die Stufe aber bereits aus und man erhält hier im Gegenzug die größte Reichweite.

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Mit den kleinen, schwarzen Hebeln unter dem linken Handgriff wechselt man zwischen den verschiedenen Fahrmodi.

Apropos Reichweite: Die Schwalbe gibt es mit einer und zwei Batterien, die jeweils 2,4 kWh Energieinhalt haben. Die emmy-Schwalben haben natürlich zwei Batterien und erreichen damit locker über 100 Kilometer Reichweite. In einer engen Innenstadt mit viel Verkehr reicht das ewig. Reichweitenangst gibt es daher nicht. Bei unserer ca. einstündigen Testfahrt (mit kurzem Fotoshooting) fuhren wir jedenfalls nur 15 Kilometer. Höher ist die Durchschnittsgeschwindigkeit schon ampelbedingt nur selten.

Hat man sich in die Schwalbe eingegroovt, kann man in den „Cruise“-Modus schalten. Jetzt ist das Beschleunigungsverhalten eine ganze Ecke schärfer. An der Ampel der erste zu sein, ist eigentlich gar kein Problem. Komisch war allerdings, das meine Schwalbe „Katrin“ bei starken Beschleunigungsvorgängen etwas klackerte bzw. irgendein Teil gegen ein anderes schlug. Die andere Test-Schwalbe zeigte dieses Verhalten nicht. Vielleicht muss „Katrin“ mal gewartet werden…

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Mit einem Elektro-Roller durch die Innenstadt zu düsen macht unfassbar viel Spaß!

Nachdem man mit „Cruise“ eigentlich schon sehr ordentlich in der Stadt unterwegs ist, braucht man den höchsten Modus „Boost“ eigentlich nicht. Gerade wenn sich andere Verkehrsteilnehmer vor einem befinden, sollte man den Hahn nicht zu weit aufdrehen, da sonst Auffahrgefahr besteht. Mit „Cruise“ fährt es sich da rundum entspannter – ohne das es langweilig wird.

An schönen Sommertagen gibt es jedenfalls kaum ein spaßigeres Gefährt, um durch eine Stadt zu düsen. Der Wind weht einem um die Nase und man bekommt einfach viel mehr von der Umgebung mit. Wo es mit dem Auto oft eng wird, flitzt man mit dem Scooter entspannt vorbei. Und alles ohne blaue Dunstfahne und Motorenknattern. Was bei Oldtimer-Rollern noch als Kult durchgeht, ist für einen modernen Scooter einfach nur peinlich.

Das ist die Elektro-Schwalbe

Die Elektro-Schwalbe wurde gezielt als Retro-Roller vom Münchner Elektroscooter-Hersteller GOVECS entwickelt und wird in Polen produziert. Derzeit ist die Schwalbe in der Fahrzeugklasse L1e zugelassen und darf daher maximal auf 45 km/h beschleunigt werden. Ab Sommer 2018 soll es auch eine Variante in der Klasse L3e geben, die bis zu 90 km/h schnell fahren kann. Im Gegensatz zur DDR-Schwalbe wiegt der Elektroroller mindestens 120 kg und damit 40 kg mehr als das kultige Vorbild. Preislich startet die L1e-Schwalbe bei 5.390 Euro. Die schnellere Version kostet ab 6.900 Euro.

Einschub: Das war die Schwalbe aus der DDR

Die Simson Schwalbe war ein in Suhl (Thüringen) hergestellter Motorroller, der von 1964 bis 1986 produziert wurde. Die Schwalbe war äußerst beliebt und genießt bis heute Kultstatus. Sie hatte einen Einzylinder-Zweitakt-Motor, der 2,5 bis 2,7 kW (3,4 bis 3,7 PS) leistete und den Roller auf bis zu 60 km/h beschleunigte. Auch heute darf man die Schwalbe bereits mit Versicherungskennzeichen und einem Führerschein der Klasse AM oder B fahren. Insgesamt wurden über 1 Millionen (!) Schwalben produziert. Das muss die neue Elektro-Schwalbe erst einmal nachmachen.

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Ein stolzer Schwalbenbesitzer in der DDR. (Foto: © R. Schulz)

Wer jetzt Lust bekommen hat, emmy auszuprobieren, kann sich dort gerne mit folgendem Promotioncode anmelden und erhält dafür zusätzlich 15 Freiminuten (und unterstützt nebenbei diesen Blog):

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Grundsätzlich kostet die Anmeldung bei emmy 10 Euro. Dafür erhält man 50 Freiminuten (mit dem Promotioncode in Summe 65), was einem Gegenwert von 9,50 Euro (bzw. 12,35 Euro) entspricht.

Aktualisierte Übersicht – E-Scooter-Sharing in Deutschland:

COUP

  • Anmeldung: kostenlos per App
  • Promotioncode: REF-TUK3-6Y6T (+1 Freifahrt / 30 Minuten)
  • Preise:
    • Fahren: 3 Euro pauschal für die ersten 30 Minuten, anschließend 1 Euro je angefangene 10 Minuten
    • Pauschaltarif: maximal 20 Euro (7–19 Uhr) und nachts maximal 10 Euro (19–7 Uhr)
  • Verfügbar in: Berlin (1.000 Roller)
  • Link: joincoup.com
  • Zusatzinfo: Wie ich von COUP erfahren habe, soll nach einem ersten (und hoffentlich erfolgreichem) Praxistest in Madrid (wo COUP jetzt auch gestartet ist) der Austausch der Roller-Akkus zukünftig auch in Berlin durch Elektrofahrzeuge erfolgen, wie es bei emmy bereits heute schon der Fall ist.

emmy

  • Anmeldung: online, einmalig 10 Euro, dafür erhält man 50 Freiminuten
  • Promotioncode: dzFq9j1e (+15 Freiminuten)
  • Preise:
    • Fahren: 0,19 Euro pro Minute
    • Parken: 0,05 Euro pro Minute
    • Pauschaltarif: max. 24 Euro (0 bis 24 Uhr)
  • Verfügbar in:
    • Berlin (350 Roller)
    • München (derzeit 50 Roller)
    • Hamburg (derzeit 174 Roller, Ziel: 200 Roller)
  • Link: emmy-sharing.de
  • Zusatzinfo: Wmmy setzt zum Tausch der Roller-Batterien ausschließlich auf Elektroautos.

stella

  • Anmeldung: online, einmalig 19 Euro, dafür erhält man 25 Freiminuten
  • Preise:
    • Fahren: 0,19 Euro pro Minute oder 0,59 Euro je Kilometer, je nachdem, was günstiger ist
    • Parken: 0,10 Euro pro Minute
    • Pauschaltarif: max. 23 Euro (0 bis 24 Uhr)
  • Verfügbar in: Stuttgart (75 Roller)
  • Link: stella-sharing.de
  • Zusatzinfos:
    • stelle gehört zu den Stadtwerken Stuttgart
    • stella kooperiert zwar mit emmy, leider ist die Anmeldung deutlich teurer 😦
    • im Gegensatz zu eddy kann auch nicht der emmy-Account verwendet werden

eddy

  • Anmeldung: online bzw. per App, einmalig 10 Euro, dafür erhält man 50 Freiminuten
  • Promotioncode: dzFq9j1e (+15 Freiminuten)
  • Preise:
    • Fahren: 0,19 Euro pro Minute
    • Parken: 0,05 Euro pro Minute
    • Pauschaltarif: max. 24 Euro (0 bis 24 Uhr)
  • Verfügbar in: Düsseldorf (100 Roller)
  • Link: eddy-sharing.de
  • Zusatzinfos:
    • eddy kooperiert mit emmy und den Stadtwerken Düsseldorf
    •  für die Fahrten mit eddy kann man auch seinen emmy-Account verwenden

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Weiterführende Links:

Ein Kommentar zu „car2go auf zwei Rädern – Teil 2: Mit „Katrin“ durch München

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