Tesla Model S = Oberklasse?

Das Tesla Model S ist nun schon in zwei großen Märkten (Europa und USA) das meistverkaufte Fahrzeug der Oberklasse. Doch heißen die unmittelbaren Wettbewerber nun S-Klasse, 7er und A8 oder bewegt sich das Model S nicht eher eine halbe bis eine ganze Klasse darunter? Diese in Foren und Onlineartikeln häufig diskutierte Frage möchte ich in diesem Beitrag versuchen zu klären.

Dazu habe ich mir überlegt, anhand welcher Faktoren man überhaupt entscheiden kann, zu welcher „Klasse“ ein Fahrzeug gehört. Meines Erachtens sind dies vor allem derer drei:

  • Fahrzeuggröße
  • Preis
  • Leistung

Genau diese drei Punkte habe ich mir detailliert angeschaut und mit Werten von deutschen Wettbewerbern verglichen.

Obere Mittelklasse – die typischen Business-Limousinen:

Oberklasse – Fahrzeuge, die auf der „oberen Mittelklasse“ basieren, aber der „Oberklasse“ zugeschrieben werden. Ich nenne sie im Folgenden die „kleine Oberklasse“ – ein inoffizielle Kategorie, die es so eigentlich nicht gibt:

Oberklasse – die Topfahrzeuge der deutschen Premiumhersteller, die ich im Folgenden „Luxusklasse“ nennen werde:

Fahrzeuggröße

Als Vergleichswert für die Fahrzeuggröße habe ich die Fahrzeuglänge in Millimetern ins Verhältnis gesetzt. Das Ergebnis seht ihr in dem Diagramm:

Vergleich_Laenge
Die Fahrzeuglänge des Tesla Model S entspricht ziemlich genau der Länge von CLS, 6er Gran Coupé und A7.

Bei der Fahrzeuglänge hebt sich das Model S doch deutlich von den Vertretern der oberen Mittelklasse (A6, 5er, E-Klasse) ab.

Ziemlich gleichauf liegt das Model S mit dem CLS und dem Audi A7 – hier liegt der Längenunterschied bei ca. 10 mm. Das ist die Breite des kleinen Fingers. Das 6er Gran Coupé liegt mit 28 mm Unterschied aber ebenfalls nicht weit entfernt.

Ganz im Gegensatz zu den Luxuslimousinen A8, 7er, S-Klasse und Panamera. Die Fahrzeuglängen sind hier jeweils für den kürzesten Radstand gewählt. Alle vier Fahrzeuge bieten darüber hinaus noch Langversionen, bzw. sogar extralange Versionen (Mercedes-Maybach S-Klasse) an. Diese Fahrzeugkategorie liegt damit doch deutlich über dem Tesla Model S.

Bezugnehmend auf die Fahrzeuglänge würde ich das Tesla Model S daher in der kleinen Oberklasse einsortieren.

Preis und Leistung des Model S Einstiegsmodells 75D

In einem nächsten Schritt habe ich mir die Preise der vergleichbaren Wettbewerber zum Tesla Model S 75D angeschaut. Es handelt sich also um Derivate mit einer Leistung zwischen 240 kW und 290 kW. Das Model S 75D hat eine Leistung von 244 kW und kostet inkl. Komfort-Paket 83.100 Euro.

Vergleich_75D
Die Einstiegsvariante Tesla Model S 75D liegt preislich teils deutlich über der kleinen Oberklasse, aber auch unterhalb der Luxusklasse.

Das Model S fügt sich hier irgendwo zwischen den Fahrzeugen der kleinen Oberklasse und der Luxusklasse ein. Die obere Mittelklasse liegt preislich deutlich unter dem Model S, weshalb auch hier diese Zuordnung nicht passt.

Das Model S 75D ist also ca. 13.000 Euro teurer als ein CLS und sogar 16.000 Euro teurer als ein Audi A7, aber eben auch 5.000 Euro günstiger als der BMW 6er. Zu beachten ist außerdem, dass beim Model S bereits das 13.000 Euro teure Komfort-Paket eingerechnet wurde, welches viele Extra enthält, die bei den deutschen Wettbewerbern zusätzlich hinzugebucht werden müssen.

Die Luxuslimousinen liegen allesamt mindestens 10.000 Euro über dem Model S – in der Basisausstattung.

Diese Zahlen verstärken letztendlich meine Hypothese, dass das Model S zur kleinen Oberklasse gehört – auch wenn sie ein teurer Vertreter dieser Klasse ist. Wie eben der 6er BMW auch.

Preis und Leistung des Model S Topmodells 100D

Schauen wir uns die gleichen Zahlen noch einmal für die Vergleichsvarianten des Topmodells 100D an. Die Performance-Variante P100D habe ich bewusst nicht mehr verglichen, da hier die Preise und Leistungen der Performance-Derivate der deutschen Hersteller einfach zu stark auseinander gehen.

Das Model S P100D hat eine Leistung von 310 kW und kostet mit Komfort-Paket 106.300 Euro.

Vergleich_100D
Beim Topmodell 100D liegt auch hier das Model S

Der Preis des CLS 53 ist ein Schätzwert. Audi hat in dieser Leistungsklasse aktuell kein passendes Derivat.

Auch hier komme ich zu dem gleichen Ergebnis wie beim 75D. Die obere Mittelklasse liegt preislich deutlich unter dem Model S 100D, welches sich wieder zwischen der kleinen Oberklasse und der Luxusklasse einfügt.

Berücksichtigt man dabei die grundlegend andere Konzeptionierung der Fahrzeuge der kleinen Oberklasse und der Luxusklasse, so bestätigt sich die Hypothese, dass das Model S ein Fahrzeug der kleinen Oberklasse ist.

Fazit

Die Fahrzeuge der Luxusklasse werden – vor allem in den ebenfalls verfügbaren Langversionen – auch als Chauffeurs-Limousine eingesetzt. Diese Funktion stand beim Model S sicherlich nicht im Fokus.

Da die obere Mittelklasse aber deutlich unterhalb des Model S positioniert ist, muss das Model S daher in die Oberklasse einsortiert werden. Die direkten Wettbewerber sind aber eben nicht BMW 7er, Audi A8 und Mercedes S-Klasse, sondern eher BMW 6er, Audi A7 und Mercedes CLS.

Zur Oberklasse gehören diese Fahrzeuge allerdings allesamt – wie eben auch das Tesla Model S.

 

2 Kommentare zu „Tesla Model S = Oberklasse?

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