PlugSurfing vs. The New Motion – Teil 3

4:5 für The New Motion steht es nach den ersten beiden Teilen des Praxisvergleichs (siehe Teil 1 und Teil 2). Nach langer Wartezeit liegen endlich alle Abrechnungen vor. Wer gewinnt also den Praxistest?

Wann kommt die Rechnung?

Wie ich in den vorangegangenen Teilen bereits erwähnt habe, war mir persönlich die Dauer, bis die Abrechnungen vorlagen, zu lang. Bei PlugSurfing erhielt ich die Rechnung erst am 01. August für die Ladevorgänge, die ich zwischen dem 26.05. und 02.06. getätigt hatte. Dazwischen liegen also 2 Monate. In einer komplett durchdigitalisierten Welt darf man erwarten, dass die Zahlbeträge eigentlich innerhalb von Minuten, wenigstens aber innerhalb weniger Tage vorliegen.

PlugSurfing habe ich dazu zwei Mal angeschrieben. Beim ersten Mal erhielt ich keine Antwort, beim zweiten Mal wurde mir gesagt, dass es bis zu 30 Tage dauern kann, bis die Daten der Betreiber vorliegen. Gedauert hat es aber nicht 30, sondern 60 Tage. Merkwürdig…

Das es auch etwas schneller geht, zeigt The New Motion. Die Abrechnung erhielt ich hier bereits am 13. Juni für die Ladevorgänge zwischen dem 24.05. und 26.05. Hier liegen also „nur“ zweieinhalb Wochen zwischen Ladevorgang und Abrechnung.

Da ich bei beiden Providern die Ladevorgänge bei den gleichen Anbietern und teilweise an gleichen Ladesäulen getätigt habe, verwundert es besonders, warum es bei PlugSurfing so viel länger dauert. Ein unglücklicher Umstand? Vielleicht. Mich würde interessieren, ob andere Ladekartenbesitzer ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Da The New Motion hier deutlich schneller war, vergebe ich eine weiteren Punkt an diesen Providern, weshalb es nun 4:6 steht.

Kassensturz

Jetzt kommen wir zum wahrscheinlich wichtigsten Punkt dieses Tests: den Kosten. Dazu habe ich die Ladevorgänge, die ich mit den beiden Providern an einer EnBW-Ladesäule und an verschiedenen Hamburger Ladesäulen durchgeführt habe, verglichen und die Kosten auf Kilowattstunde und Preis je Stunde umgerechnet. Das Resultat ist erstaunlich, aber seht selbst:

Preisvergleich_PS_TNM
Preisvergleich zwischen The New Motion und PlugSurfing

Klares Ergebnis: PlugSurfing ist in jedem der betrachteten Fälle am günstigsten. Dennoch sind hier ein paar Besonderheiten zu beachten. In Hamburg ist der reine Kilowattstundenpreis tatsächlich identisch. Die 2 Cent Unterschied sind auf die bei jedem Ladevorgang anfallende Transaktionsgebühr in Höhe von 35 Cent bei The New Motion zurückzuführen. Erst nach 20 Ladevorgängen entfällt diese Gebühr. Da in Hamburg je geladener Kilowattstunde abgerechnet wird, ist der Stundenpreis zu vernachlässigen. Wenn kein Strom nachgeladen wird, das Fahrzeug aber dennoch weiterhin an der Ladesäule parkt, geht der Preis je Stunde entsprechend runter (Parkdauer/Kilowattstunde), da ja für den Strom nichts mehr bezahlt werden muss und das parken kostenlos ist.

Ladesäule
Ladesäule in Eilenburg. Der Anbieter bietet verschiedene Bezahldienste an, z.B. PlugSurfing.

Genau andersherum verhält es sich bei EnBW. Hier wird nach Minuten abgerechnet und das abhängig von der vorgehaltenen Ladeleistung. Das bedeutet, man bezahlt immer die maximal mögliche Leistung, die die Ladesäule zur Verfügung stellt, auch wenn nur mit einem Bruchteil dieser Leistung geladen wird. So sind auch die extrem hohen Kilowattstundenpreise zustande gekommen: Die Testfahrzeuge verfügten nur über 3,6kW-Lader, die Ladesäulen verfügen jedoch über 22kW-Ladeleistung.

Ebenso erstaunlich ist die hohe Preisdifferenz zwischen The New Motion und PlugSurfing. PlugSurfing liegt mit 6,31 Euro nahe am eigentlichen EnBW-Preis in Höhe von 6,00 Euro je Stunde. The New Motion liegt hier über 50% darüber.

Daher vergebe ich +2 Punkte für PlugSurfing, da der minutenbasierte Tarif günstiger ist und grundsätzlich keine Transaktionsgebühr anfällt.

Somit steht es zum Ende des Vergleichs 6:6 unentschieden.

Fazit

Für welchen Provider soll man sich denn nun entscheiden? Es kommt darauf an. Bei Appdesign und Rechnungsstellung ist The New Motion einfach besser und schneller als PlugSurfing. Außerdem spart man sich hier die 10 Euro für den RFID-Schlüsselanhänger.

Da die Ladekostenvorteile langfristig überwiegen, empfehle ich nach diesem Vergleich PlugSurfing, auch wenn es hier durchaus noch Verbesserungspotentiale gibt.

Zu beachten ist aber in beiden Fällen, dass die Preise bei regionalen Anbietern wieder anders ausfallen können. Darum ist es wichtig vorab einen Preisvergleich bei den Ladesäulenbetreibern durchzuführen, bei denen man voraussichtlich am meisten laden wird. Im Falle von EnBW wäre der Ladevorgang mit der EnBW-Elektronauten-Ladekarte am günstigsten gewesen.

Zusatzinfo 1: Die EnBW-Minutentarife

Um den hohen Preis der EnBW-Ladesäule etwas zu relativieren, habe ich noch folgende Vergleichstabelle erstellt, die auf dieser Preisliste basiert:

Preisvergleich_EnBW
Anhand der Tabelle kann der zu erwartende Kilowattstundenpreis an einer EnBW-Ladesäule abgelesen werden. Die Kosten entsprechen denen mit der Elektronauten-Prepaid-Ladekarte.

Intuitiv und kundenfreundlich ist diese Art der Preisstaffelung sicherlich nicht, da man seinen Ladevorgang dafür ziemlich genau planen muss und darauf achten sollte, die Ladesäule nicht länger als notwendig zu besetzen, da sonst der Kilowattstundenpreis deutlich steigt.

Zusatzinfo 2: Ladesäulenanzahl

Seit dem ersten Teil dieses Vergleichs sind noch einmal eine ordentliche Anzahl an Ladesäulen hinzugekommen, die von PlugSurfing und The New Motion unterstützt werden. Bei PlugSurfing sind es inzwischen 45.000 (vorher 40.000) und bei The New Motion 50.000 (vorher 30.000) – ein Wachstum von 50%.

Die von mir gemeldete Ladesäule in Eilenburg ist dabei noch nicht eingerechnet – zumindest taucht diese bis heute nicht im PlugSurfing-Verzeichnis auf ;-).

Zusatzinfo 3: Kostenlos laden in Sindelfingen

Die Stadtwerke Sindelfingen haben vor ihrer Zentrale eine kostenlose Ladesäule aufgestellt, die jetzt auch im GoingElectric-Verzeichnis gelistet ist. Wer also mal in der Nähe ist und keine Lust auf die EnBW-Preise hat, der kann dort laden. Es gibt zwei Ladepunkte mit Typ-2-Anschluss.

Hier geht es weiter zum letzten Update.

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