Meine Ladeausstattung

Jeder der die Anschaffung eines Steckerfahrzeugs (PHEV, REX oder BEV) plant, muss sich früher oder später damit beschäftigen, wie er den Strom von der Steckdose in sein Fahrzeug bekommt. Als kleine Unterstützung, was man alles so braucht oder brauchen könnte, möchte ich in diesem Beitrag meine Ladeausstattung vorstellen.

Ladekarten

Plugsurfing & New Motion

Über Plugsurfing und New Motion habe ich meinem dreiteiligen Vergleich bereits ausführlich berichtet (siehe hier für Teil 1, Teil 2 und Teil 3). Beide Anbieter sind sogenannte Emobility Service Provider (ESP), die selber nur wenige Ladesäulen betreiben. Stattdessen schließen die ESPs Verträge mit den Ladesäulenbetreibern ab und ermöglichen so auch Kunden den Zugang, die keinen Vertrag mit eben diesen haben. Das ist ungefähr vergleichbar wie das Handynetz-Roaming im Ausland.

RFID-Ladechips
RFID-Ladechips von Plugsurfing (links) und New Motion (rechts)

Bei Plugsurfing entfällt die Transaktionsgebühr in höhe von 30 Cent je Ladevorgang, welche bei New Motion für jeden Ladevorgang pauschal anfällt. Dafür ist der Ladeschlüsselanhänger bei New Motion kostenlos, welcher bei Plugsurfing einmalig 9,95 Euro kostet. Je nach Ladesäulenanbieter kann der eine oder andere Provider zum Teil erheblich günstiger sein. Für einen Vergleich helfen die Apps der beiden Anbieter weiter.

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Die Apps von Plugsurfing und New Motion gehören ebenfalls auf jedes Smartphone.

Europaweit kann man mit Plugsurfing derzeit an 60.000 Ladepunkten laden. Bei New Motion sind es 50.000 Stück.

Empfehlung: Beide Schlüsselanhänger und Apps sollte sich jeder E-Auto-Fahrer gönnen. Sie stellen zwar nicht unbedingt die günstigste Lademöglichkeit dar, aber zumindest ermöglichen diese bereits das Laden bei einer Vielzahl von Ladesäulenbetreibern. Wer häufig bei einem bestimmten Anbieter lädt, holt sich am besten zusätzlich eine Ladekarte direkt von diesem Anbieter und umgeht die meistens höheren Roaming-Preise der ESPs.

Innogy-Ladekarte und e-kWh/eCharge App

Über meinen Arbeitgeber habe ich mir diese schöne Innogy-Ladekarte bestellt. Großer Vorteil bei AC-Ladesäulen von Innogy: Es wird immer nach tatsächlich geladenen Kilowattstunden abgerechnet und nicht nach Zeit.

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Exklusive Innogy-Ladekarte von Porsche

Die Ladekarte habe ich mir geholt, weil die Ladesäulen bei Porsche von Innogy betrieben werden. Die Kilowattstunde an AC-Ladesäulen kostet hier akzeptable 30 Cent.

eCharge-App
Die eCharge-Map mit den Ladepunkten in der Umgebung.

Im Tarif innogy ePower basic wird eine monatliche Grundgebühr von 4,95 Euro fällig.

Um die Innogy-Ladesäulen zu finden, empfiehlt sich die e-kWh-App bzw. eCharge-App. Beide sind nicht besonders gut gemacht und sehr langsam, jedoch kann man darüber ebenfalls den Ladevorgang starten, wenn man die Ladekarte mal nicht dabei hat. Außerdem lässt sich darüber prüfen, ob die Ladesäule, die man ansteuern möchte, gerade frei ist. Zusätzlich lassen sich darüber Infos zum Ladevorgang (Energiemenge, Ladezeit) abrufen.

Innogy-Apps
Die Innogy-Apps e-kWh und eCharge sind praktisch funktionsgleich. Die eCharge-App ist etwas moderner gestaltet.

Die eCharge-App ist etwas moderner aufgemacht, das ist aber der einzige Unterschied zur e-kWh-App. Es reicht, eine davon zu installieren.

Empfehlung: Wer in seiner Umgebung Innogy-Ladepunkte hat und diese auch regelmäßig benutzen möchte, sollte sich die Innogy-Ladekarte holen. Wer nur in Ausnahmefällen dort laden muss, kann sich die Grundgebühr sparen und stattdessen mit Plugsurfing oder New Motion laden.

Wattfinder-App

Das Onlineportal GoingElectric.de verfügt derzeit über das größte Ladesäulenverzeichnis im Web. Um mobil darauf zugreifen zu können empfiehlt sich eine App wie beispielsweise Wattfinder.

Über diese App werden wirklich (fast) alle Ladepunkte angezeigt, die es in Deutschland gibt. Benutzer können sehr einfach weitere Ladepunkte melden, sodass das Verzeichnis immer weiter wächst.

Wattfinder-App
Die Wattfinder-App für Android greift auf das umfangreiche Stromtankstellen Verzeichnis von GoingElectric zu.

Über verschiedene Filter kann man gezielt eine passende Ladesäule suchen. Auch Störungsmeldungen können dabei berücksichtigt werden, sodass man die ein oder andere Überraschung umgehen kann.

Empfehlung: Eine App, die auf das GoingElectric-Ladesäulenverzeichnis zugreift, ist absolute Pflicht für jeden E-Mobilisten. Ohne wenn und aber.

App-Zugriff auf das Fahrzeug – Vehicle Homepage

Über die Vehicle-Homepage habe ich bereits in diesem Beitrag ausführlich berichtet. Ähnliche Apps oder Funktionen bietet fast jeder Hersteller für seine Elektroautos oder Plug-In-Hybride an.

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Die smart Vehicle Homepage ist eigentlich keine App, sondern eine Browserseite, auf die man per Shortcut zugreifen kann.

Empfehlung: Um den vollen Funktionsumfang seines Elektroautos nutzen zu können und um auf nützliche Informationen wie Ladestatus oder aktuelle Reichweite zugreifen zu können, sollte sich jeder E-Auto-Fahrer seine herstellerspezifische App installieren. Beim smart ed der BR451 sind leider inzwischen viele Funktionen nicht mehr verfügbar.

Ladekabel

Noch vor Abholung meines smarts in Offenbach habe ich mir eine Mode-3-Ladekabel zugelegt, um mit der vollen Leistung von 22 Kilowatt an öffentlichen Ladestationen laden zu können. Beim smart ed ist ein entsprechendes Ladekabel unverständlicherweise nicht Teil der Serienausstattung.

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Mein 5-Meter-32A-Ladekabel von Phoenix Contact.

Hier habe ich mich für das schlichte Phoenix-Contact-Ladekabel entschieden. Warum? Aus meiner beruflichen Tätigkeit kenne ich bereits diverse Produkte des Unternehmens und bin von deren Qualität überzeugt. Außerdem stimmt das Preis-Leistungsverhältnis für ein Ladekabel Made in Germany.

Technische Daten:

Typ: Phoenix Contact EV-T2G3PC-3AC32A-5,0M6,0ESBK01 (Art. Nr. 1627692)
Lademodus: Mode 3
Steckertyp fahrzeugseitig: Typ 2
Steckertyp anschlussseitig: Typ 2
Anzahl Phasen: 3 (dreiphasig)
Ladeleistung und Strom 22 kW / 32 A
Leitungslänge: 5 m
Gewicht: 3,6 kg
Kosten: 299 Euro bei The Mobility House

Die 7-Meter-Variante kostet bei The Mobility House 20 Euro mehr. Gut angelegtes Geld, da die meisten Ladesäulen gerne zugeparkt werden und somit jeder Meter zählt, um die Verbindung zwischen Fahrzeug und Lademöglichkeit herstellen zu können.

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Phoenix Contact bietet eine Vielzahl von Ladekabeln an.

Empfehlung: Ein Mode-3-Ladekabel benötigt wirklich jeder Elektromobilist. Dabei ist es wichtig, dieses mindestens auf die Ladeleistung des eigenen Fahrzeugs auszulegen. Los geht es ab ca. 200 Euro. Wer zukunftssicher sein möchte, holt sich gleich ein 22-kW-Ladekabel.

Ladegeräte

Aktuell besitze ich zwei Ladegeräte. Einmal das serienmäßige „Notladekabel“ für die Schuko-Steckdose von Lear und dann natürlich den NRGkick in der 22-Kilowatt-Variante, mit welchem ich jeden Tag in meiner Garage lade.

Das smart Ladegerät Lear EVSE

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Das Daimler-Standard-Ladegerät von Lear für Mode-2-Ladevorgänge ist Serienumfang beim smart ed gewesen.

Technische Daten:

Typ: Lear EVSE Level 1
Lademodus: Mode 2
Steckertyp fahrzeugseitig: Typ 2
Steckertyp anschlussseitig: Schuko
Anzahl Phasen: 1 (einphasig)
Ladeleistung und Strom 2,4 kW / 12 A
Leitungslänge: 6,4 m
Gewicht: 2,2 kg
Kosten: Serienumfang beim smart ed

Kleines Detail am Rande: Das Ladegerät wurde auch serienmäßig bei allen Mercedes-Benz Plug-In-Hybriden der ersten Generation mitgeliefert.

Empfehlung: Mir wäre nicht bekannt, dass es irgendein Elektrofahrzeug gibt, bei dem ein Notladekabel nicht serienmäßig dabei wäre. Ersatz wird also nur benötigt, wenn dieses einmal beschädigt ist. Zwischen 400 Euro und 500 Euro sollte man dafür einplanen.

Das Ladegerät NRGkick

NRGkick
Der NRGkick mit 22 kW kann auch auf kleinere Ladeströme eingestellt werden.

Technische Daten:

Typ: NRGkick 32A Bluetooth
Lademodus: Mode 2
Steckertyp fahrzeugseitig: Typ 2
Steckertyp anschlussseitig: CEE rot 32 A (andere Anschlüsse über Adapterlösung möglich)
Anzahl Phasen: 3 (dreiphasig)
Ladeleistung und Strom 22 kW / 32 A
Leitungslänge: 5 m
Gewicht: 4 kg
Kosten: 1.149 Euro bei The Mobility House + 99 Euro Adapterset

Im Rahmen einer Aktion habe ich den NRGkick mit 100 Euro Rabatt erhalten. Allerdings habe ich mich auch nicht lumpen lassen und fast die Vollausstattung des NRGkicks gekauft, das heißt mit 22 kW / 32 A, Bluetooth-Schnittstelle und integriertem Energiezähler. Es gibt auch eine „Light“-Variante mit 11 kW und ohne Bluetooth, welche bereits bei 899 Euro startet.

Für die 22-kW-Variante ist auch eine Version mit 7,5 Metern Leitungslänge verfügbar, welche jedoch happige 100 Euro Aufpreis kostet.

Für den NRGkick mit Bluetooth gibt es auch eine App, über die man Daten zu Ladestrom und -spannung abrufen, verschiedenen Einstellungen vornehmen oder man die Menge der geladenen Energie einsehen kann.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Empfehlung: Ein Ladegerät benötigt praktisch auch jeder, der sein Fahrzeug zu Hause laden möchte. Ob man nun ein flexibel einsetzbares, mobiles Ladegerät wie den NRGkick kauft oder eine elegantere, dafür statische Wallbox, muss dabei jeder für sich selbst entscheiden. Mir war die Flexibilität besonders wichtig, um wirklich überall mit der höchstmöglichen Leistung laden zu können, weshalb ich mich für die mobile Lösung mit Adapterset entschieden habe.

Zusammenfassung

Welches Equipment wird also benötigt? Hier eine kleine Liste mit den wichtigsten Punkten:

  • App und Schlüsselanhänger von Plugsurfing und New Motion – 9,95 Euro
  • App für den Zugriff auf das GoingElectric-Stromtankstellen-Verzeichnis, z.B. Wattfinder – kostenlos
  • Notladekabel (sollte eigentlich Serienumfang sein)
  • Mode-3-Ladekabel – ab 200 Euro
  • Wallbox oder mobiles Ladegerät – ab ca. 1.000 Euro (+ Installation)

Macht unterm Strich mindestens 1.200 Euro, die man für eine gute Ladeausstattung vorhalten sollte. Der Vorteil: Kauft man sich gleich zu Beginn eine ordentliche und leistungsstarke Ausstatung, so kann man diese auch für viele weitere Elektroautos verwenden und wird sich so schnell keine weiteren Komponenten mehr kaufen müssen.

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6 Kommentare zu „Meine Ladeausstattung

Gib deinen ab

  1. Hallo Marcus,
    guter Bericht mit nur einem kleinen Schönheitsfehler, „The NewMotion“ heißt seit Anfang 2017 nur noch „NewMotion“
    Gruß
    Andreas

    Gefällt mir

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