PlugSurfing vs. The New Motion – Teil 1

Um das Laden auf dem Flickenteppich der lokalen, regionalen und überregionalen Anbieter zu erleichtern, bieten Plugsurfing und The New Motion Ladekarten an, die bei einer Vielzahl von Anbietern funktionieren sollen. Beginn eines Praxistests.

Das Prinzip

Das Problem der unterschiedlichen, teils regionalen Anbieter mit unterschiedlichen Abrechnungssystemen, Ladekarten und Kundenkonten ist inzwischen recht bekannt (siehe auch: Tanken, möglichst kompliziert.) und betrifft vor allem die Pioniere der modernen Elektromobilität – also die kleine Anzahl der Early Adopters, die bereits heute mit einem Steckerauto unterwegs sind und einen Ladekartenkatalog mit sich führen dürfen.

Die zwei genannten Anbieter werben damit, dass man lediglich einen Ladechip benötigt, um Zugang zu 40.000 (Plugsurfing) respektive 30.000 (The New Motion) Ladepunkten in Europa zu erhalten. Die beiden Anbieter übernehmen die komplette Abrechnung, bezahlt wird aber nach dem Tarif des Ladepunktanbieters – also wahlweise nach Zeit, geladener Strommenge oder nach einer gewissen Grundgebühr (siehe auch hier). Plugsurfing und The New Motion verlangen für diesen Service keine Grundgebühr.

Der Bestellvorgang

Der Bestellvorgang für den Ladechip und die Registrierung sind denkbar einfach. Bei The New Motion hat man die Wahl zwischen einem Schlüsselanhänger (siehe Foto) oder einer klassischen Ladekarte. Beide Optionen sind kostenlos.

RFID-Ladechips
RFID-Ladechips von Plugsurfing (links) und The New Motion (rechts)

Bei Plugsurfing gibt es nur den Schlüsselanhänger, der jedoch 9,95 Euro kostet. Daher +1 für The New Motion.

Beide Schlüsselanhänger habe ich am 15.05.2017 abends bestellt und erhielt ich am jeweils am 19.05.2017, also nach 3 Werktagen. Das finde ich akzeptabel schnell, daher +1 für beide Anbieter.

Nachdem man die Schlüsselanhänger erhalten hat, muss man diese online registrieren und in seinem Account hinterlegen. Zusätzlich muss eine Bezahlmethode hinterlegt sein. Bei Plugsurfing kann zwischen Paypal, Bankeinzug, Kreditkarte und iDEAL gewählt werden, bei The New Motion steht nur Bankeinzug zur Verfügung, weshalb hier Plugsurfing einen Punkt erhält (+1).

Die Apps

Beide Apps sind kostenlos und ziemlich ähnlich aufgebaut. Man sieht eine Google-Maps-Karte, auf der die Ladepunkte, deren Anschlussmöglichkeiten und Verfügbarkeiten dargestellt sind. Ziemlich einfach und intuitiv.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Beide Apps haben dazu zusätzliche Filtermöglichkeiten, bei denen bspw. bestimmte Steckertypen vorgefiltert werden können. Ebenso können Fahrzeuge selektiert werden, auf deren Basis die voraussichtliche Ladedauer angezeigt wird. Bei The New Motion lässt sich dies noch etwas genauer, nämlich abhängig vom geplanten Ladehub (SOC-Hub) anzeigen, ebenso ist die Fahrzeugdarstellung bebildert, daher +1 für Plugsurfing und +2 für The New Motion.

Der Praxistest – Erster Ladevorgang mit The New Motion

Als Testexemplar dient mir für den ersten Ladevorgang freundlicherweise ein Dienstwagen meines Arbeitsgebers – ein Porsche Panamera S e-hybrid (Typ G1II). Die Batterie war zu Beginn bei ca. 45%, um diese voll zu laden veranschlagt die App ca. 1:30h. Nach ziemlich genau dieser Zeit war die Batterie auch fast voll geladen (>95%), die Prognose war daher in Ordnung.

Porsche Panamera S e-hybrid
Porsche Panamera S e-hybrid beim Ladevorgang an einer EnBW-Ladesäule.

Um den Ladevorgang zu starten musste bei dieser Ladesäule lediglich der Schlüsselanhänger an das RFID-Lesefeld gehalten werden. Innerhalb weniger Sekunden wurde der Schlüssel erkannt und der Ladepunkt freigegeben. Das Laden war anschließend problemlos möglich.

Die Ladesäule war ein Exemplar von EnBW. Voraussichtlicher Ladepreis laut App: happige 16 Euro, da hier nach Minuten und nicht nach Lademenge abkassiert wird (0,16 Euro je Minute). Ein ziemlich frecher Preis, für den The New Motion aber nichts kann. Wie gesagt, die Ladechip-Anbieter geben den Preis des Ladesäulenanbieter nur weiter.

Leider habe ich bis jetzt noch keine Rechnung über diesen Ladevorgang erhalten, daher bin ich gespannt, wie hoch die tatsächlichen Ladekosten ausgefallen sind. Unmittelbar nach dem Ladevorgang stehen aber auf der Website die Daten des Ladevorgangs zur Verfügung, leider eben ohne Preis. Dies mag auch vom jeweiligen Ladesäulenanbieter abhängen. Kurioserweise stand auf dem Display direkt nach dem Ladevorgang, dass die Ladekosten 0,00 Euro betragen – wir werden sehen.

Unterm Strich verlief der Ladevorgang so einfach wie versprochen – nur den finalen, tatsächlichen Preis hätte ich gerne direkt nach dem Ladevorgang erfahren.

Der Zwischenstand

Weitere Ladevorgänge werden zeigen, wie gut die beiden Ladechip-Anbieter tatsächlich sind. Als nächstes darf Plugsurfing zeigen, wie gut die Plattform funktioniert. Aktuell steht es 3:4 für The New Motion. To be continued…

Weiter geht es hier mit Teil 2 des Vergleichs.

 

 

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